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Am Tag der Bienengesundheit am 21.10.17 trafen sich im Deutschen Bienenmuseum dieses Jahr zum Thema „Amerikanische Faulbrut“ – zur bundesländerübergreifenden  Diskussion über den Umgang mit dieser für Bienen sehr gefährlichen meldepflichtigen Seuche - statt den erwarteten 75 über 100 Imkerinnen und Imker, BSVl’er und Vertreter des Thüringer Ministerium für Lebensmittel-sicherheit und Verbraucherschutz Frau Dr. Ulrike Bange (Dezernat 22) und Frau Dr. Meyer Kayser (TLV Bad Langensalza) zu einer sehr intensiven  und konstruktiven Diskussion.

Es zeigte sich, dass trotz Föderalismusprinzip die Imkerinnen und Imker und Behörden in Thüringen mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert sind, wie ihre Kolleginnen und Kollegen, Imkerinnen und Imker in Niedersachen. In der Tierseuchenbekämpfung und dem Präventionsmanagement ändert sich der Erreger und die Probleme nicht nennenswert, wenn Ländergrenzen überschritten werden.

Warum also auch nicht über Bundesländergrenzen hinweg voneinander lernen. Thüringen hat, was ich als Gesundheitsobmann im Kreisimkerverein WF sagen kann, eine hervorragendes Konzept in der Ausbildung der Bienensachverständigen mit einem Lehrgang der sich über 3 Themenschwerpunkte und Seminartage erstreckt.

Es werden einheitliche Grundlagen in der Biologie und dem Verhalten von Honigbienen geschaffen von Seiten erfahrener Berufsimker. Diese Grundlagen wurden von Seiten des TLV  mit den rechtlichen Grundlagen zur Bienengesundheit ergänzt und aufbauend auf diesem ersten Modul dann von wissenschaftlicher Seite über die Krankheitserreger und deren Pathogenese aufgeklärt mit dem Schwerpunkt auf meldepflichtigen Tierseuchen. Anschließend wurde das Vorgehen im Seuchenfall von behördlicher Seite aus erläutert und anhand der Maßnahmen bei einem Ausbruch der AFB, ebenso auch praktisch durch amtierende Bienensachverständige und von Seiten des Länderinstituts Hohen Neuendorf, aufgezeigt und praktisch am Bienenvolk vorgeführt.

Vom diesem Konzept können wir in Niedersachen, wenn ich für mich sprechen darf, enorm viel lernen. Eine Tierseuche wie die Amerikanische Faulbrut, an der mehrere Akteure bei der Prävention und Bekämpfung beteiligt sind, kann meines Erachtens nicht in einem Tag und nur von einer Seite abgehandelt werden, denn bei der Sanierung wird im Idealfall auch im Team vorgegangen.

Warum also auch nicht die Schulung im Team mit interessierten Imkerinnen und Imkern, Veterinären und Mitarbeitern aus dem Verbraucherschutzbereich, sowie von Seiten der Institute für Bienenkunde durchführen.

Ebenso konnte an diesem Tag aber auch gezeigt werden, dass das Konzept der Faulbrutfeuerwehr (www.faulbrutfeuerwehr.de) vielleicht nicht nur im Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachen und Umgebung eingesetzt werden sollte zur Unterstützung im Seuchenfall und zur Schulung in präventiven Maßnahmen, sondern ebenso auch das Potenzial haben könnte bundesländerübergreifend eingesetzt werden könnte, ganz nach dem Vorbild der freiwilligen Feuerwehr.

Vielen Dank an Günter Vorsatz (Obmann für Bienengesundheit im LVThI) und
Frank Reichardt (Vorsitzender Landesverband Thüringer Imker e.V.) für die Organisation und Durchführung dieses sehr konstruktiven und informativen Tages und Frau Dr. Bange und Frau Dr. Meyer Kayser (TLV) dafür, dass Sie für alle Fragen und Anmerkungen zu Verfügung standen und diesen Tag mit zu einer aus meiner Sicht sehr gelungenen Veranstaltung haben werden lassen.

Faulbrut macht vor Kreisgrenzen genauso wenig halt wie vor Ländergrenzen, genauso wie unsere Bienen. Also sollten wir meines Erachtens auch über alle Grenzen hinweg zusammen im Team arbeiten.

Vielen Dank auch für die gute Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt vom Landkreis WF, allem voran Frau Dr. Barnstorf, dem Institut für Bienenkunde in Celle und dem Zukunftsfonds Asse und der Curt Mast Jägermeisterstiftung, ohne die es kein BienenRetterMobil (BiReMo) geben würde und die die Arbeit der Faulbrutfeuerwehr maßgeblich unterstützten, damit wir im Seuchenfall unsere Bienen unterstützen können.

Hilger Jagau

Obmann für das Gesundheitswesen Kreisimkerveren WF

und Gründer der Faulbrutfeuerwehr