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Die Faulbrutfeuerwehr des Kreisimkervereins Wolfenbüttel

Die Faulbrutfeuerwehr setzt sich aus Imkerinnen und Imkern zusammen aus allen umliegenden Vereinen im Kreis und darüber hinaus und hat das Ziel gemeinschaftlich die Amerikanische Faulbrut zu bekämpfen. Da diese auch vor Kreisgrenzen kein halt macht, genauso wenig wie unsere Bienen, unterstützen wir auch über das Gebiet des Kreisimkervereins Wolfenbüttel hinaus im Falle eines Ausbruchs. Wir arbeiten ehrenamtlich, weil uns die Gesundheit der Bienen am Herzen liegt.

 

Hier mein Video über das offene Verfahren bei der Kunstschwarmsanierung

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Hier zur Homepage der Faulbrutfeuerwehr

 

Zur Gründung:

Nach der ersten Sanierung stellte ich schnell fest, dass es nicht schadet mehr als nur die Betroffenen mit einzubinden. Spätestens wenn man das 20igste Volk von den Waben fegt und den Kunstschwarm bildet verspürt man meist mehr als nur einen  Muskelkater. Als bei uns in Wolfenbüttel 2016 ein AFB-Ausbruch festgestellt werden konnte und sich die Anzahl der betroffenen Stände überschaubar klein hielt, dank der schnellen Reaktion einer Imkerin, die mich an einem Freitag Nachmittag verständigte und mich um Hilfe bat, wollte ich etwas neues ausprobieren. Dank der Hilfe der Imkerin waren bis zum Zeitpunkt der Sanierung nur 2 Stände betroffen, aber immerhin noch 14 Völker. Also schrieb ich eine Anfrage-mail ohne Stand- und Personendaten, wer Lust hätte mit bei einer Sanierung zu helfen und es fanden sich innerhalb kürzester Zeit mehr Imkerinnen und Imker, als ich auf dem Stand verantworten konnte. Somit konnte ich die Faulbrutfeuerwehr bei uns im Kreisimkerverein Wolfenbüttel ins Leben rufen. Mit unserem Auftrag:

 „Faulbrut und unsere Bienen machen auch nicht vor Kreisgrenzen halt, also sollte auch die Zusammenarbeit und Bekämpfung dieser Seuche über Kreisgrenzen hinweg gemeinsam erfolgen“

Alle unsere Einsätze und Tätigkeiten wären nicht in dem Maße durchführbar, wenn nicht die Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt Wolfenbüttel derart vorbildlich stattfindet, so dass gegenseitige Unterstützung und Vertrauen die Regel ist und nicht die Ausnahme dank des Engagements unserer Amtstierärztin Frau Dr. Christiane Barnstorf.

Unser erster Einsatz

Der innovative Charakter besteht darin, das bei der Faulbrutfeuerwehr das Team immer neu zusammengestellt wird aus teils erfahrenen, teils völlig unbedarften Imkerinnen und Imkern um den Wissenszugewinn sowohl bei gestandenen, als auch bei JungimkerInnen gleichermaßen zu verbessern und eine Kultur des "gemeinsam füreinander" und des "Zurseitestehens" zu etablieren, die auch über den Verein hinaus in das Umfeld übertragen werden kann.

Die Idee ist eine kreisübergreifende Faulbrut Prävention und Bekämpfung zu etablieren mit Hilfe der Faulbrutfeuerwehr. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei das „BienenGesundheitsMobil“ BiGeMo (finanziert durch den Zunkunftsfonds Asse). Dieses stellt eine mobile Desinfektionsplattform dar, die das witterungsunabhängige Sanieren vor Ort am Ausbruchsherd erlaubt. Durch seine umfassende Ausrüstung, unter anderem 2 Api Giant Dampfwachsschmelzer (gefördert durch den Zunkunftsfonds Asse sowie die Curt Mast Jägermeisterstiftung), die auch zum Auskochen in Ätznatron geeignet sind und durch ihren Gasbetrieb an jedem Ort einsetzbar sind, können Sanierungsmaßnahmen effektiv unterstützt werden. Es soll primär im Kreis eingesetzt werden zur Unterstützung bei Hygienemaßnahmen und Sanierungen, aber auch kreisübergreifend zur Unterstützung der umliegenden Vereine im Ernstfall. Dies soll langfristig dazu führen, dass diese Seuche, wenn sie ausbricht schneller erkannt wird und sich sowohl die Anzahl der betroffen Völker, als auch der damit verbundene Aufwand und die Kosten der Sanierung für Imker und Behörden verringert wird. Ebenso wird so das gegenseitige Vertrauen unter den Imkerinnen und Imkern gestärkt, wie auch das Vertrauen zu den Veterinärämtern.

Das Mobil soll ebenso zur Praxis-Weiterbildung eingesetzt werden, so dass unabhängig von der Verfügbarkeit des Mobils das Bewusstsein für regelmäßige Hygienemaßnahmen gefördert wird. Es soll die Imker nicht davon entbinden, sich selbständig über Möglichkeiten der Sanierung auseinanderzusetzen und selber vorzusorgen in den Vereinen, diese aber im Notfall unterstützten.

Ziel ist es sowohl unter anderem die Angst vor dieser für Bienen so gefährlichen meldepflichtigen Krankheit zu nehmen, als auch durch die erlernten Maßnahmen und die Teamarbeit unter Imkerinnen und Imkern über die Kreisgrenzen hinweg die Gesundheit von Bienenvölkern maßgeblich zu verbessern. Die gegenwärtige Situation bei der Bekämpfung dieser Seuche ist zumeist mit dem Töten aller infizierten Bienenvölkern verbunden, was nicht nur einen Verlust für die Umgebung zur folge hat, (verringerte Bestäubungsleistung) sondern auch einen qualvollen Tod der Völker mit Schwefeldioxid. Zudem gibt es kaum präventive Maßnahmen gegen Bienenseuchen, die konsequent eingesetzt werden, was sich durch dieses Projekt ändern soll. Im Zuge dessen soll ein schnelleres Handeln und eine bessere Zusammenarbeit unter ImkerInnen und Kreisveterinärämtern die Folgen eines Ausbruchs verringern und einem Ausbruch entgegenwirken.

 

Hilger Jagau

Obmann für das Gesundheitswesen Kreisimkerverein Wolfenbüttel

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Allgemeines zur Amerikanischen Faulbrut