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Wildbiene 587Dr. Wolfgang Kribbe, der sich seit vielen Jahren mit Wildbienen befasst und ein ausgewiesener Fachmann  auf dem Gebiet ist, begeisterte an diesem Abend neben Imkern und Imkerinnen viele Interessente mit vielen Fotos und spannenden Details über die faszinierende Welt der Wildbienen und Hummeln.

Über 500 Arten von Wildbienen sind derzeit in Deutschland beschrieben, von denen viele solitär - also alleine - im Boden ihr Nest haben und die alle unter dem Begriff "Wildbienen" zusammengefasst werden. Neben dem Klima sind für das Vorkommen von Wildbienen vor allem ein geeignetes Nahrungsangebot in Form von Pollen und Nektar spendenden Blütenpflanzen wie auch das Vorhandensein von Nistgelegenheiten von entscheidender Bedeutung. Letzteres setzt für die vielen Bodenbewohner unter den Wildbienen ungestörte, nicht gemulchte, trockene Lehm- und Sandböden voraus. Andere Arten sind auf Totholz, hohle oder markhaltige Stengel und weitere oberirdische Hohlräume, wie z.B. Mauerfugen oder auch leere Schneckenhäuser angewiesen.

Er verwies in seinem Vortrag darauf, dass monotone Kulturlandschaften und Vorgärten vielen Arten zum Verhängnis werden.  Viele Gärten verdienen zwar das Prädikat „gepflegt“, sie sind jedoch meist das Gegenteil von naturnah und haben einen hohen Erhaltungsaufwand: Sie werden gedüngt, gewässert und gemulcht.

Es war interessant zu erfahren, dass es bei vielen Wildbienenarten auch Kuckucksbienen gibt. Kuckucksbienen haben meist keinen Sammelapparat und sind weitgehend unbehaart. Sie bauen keine eigenen Nester, sondern haben sich darauf spezialisiert, fremde Nester für die Aufzucht ihrer eigenen Brut zu nutzen.

Während die Nestbauerin auf Pollensuche ist, schmuggeln sie ihr Ei  in deren Brutzelle ein, bevor diese verschlossen wird. Die Made des Schmarotzers entwickelt sich schneller, saugt das Wirts-Ei aus oder tötet die junge Wirtslarve und lebt von dem Futtervorrat des Wirtes

Wildbienen sind sehr friedfertig. Sie würden es mit ihrem weichen Stachel nicht einmal schaffen, in die menschliche Haut zu stechen. Diese Bienen interessieren sich auch nicht für den Kuchen auf der Kaffeetafel, ebenso wenig für süße Getränke.

Sie sind nur kurzzeitig im Frühjahr aktiv. Danach sterben sie ab. In der Regel schlüpfen die Eier erst im nächsten Jahr.

Neben den Bienen sind aber auch Hummeln in unserem direkten Umfeld immer wieder präsent. Auch sie sind (uns) wichtig, da sie neben den Honigbienen unheimlich fleißig sind und dabei helfen, Millionen von Blüten zu bestäuben. Hummeln leben in sozialen Verbänden, bestehend aus einer Königin, Arbeiterinnen und Drohnen - ähnlich wie bei Honigbienen. Alle Arbeiterinnen und Drohnen sowie alte Königinnen sterben spätestens im Herbst. Nur die neuen Königinnen überwintern bei den Hummeln. Die Hummelköniginnen, die wir im zeitigen Frühjahr im Garten beobachten können, müssen zunächst ganz allein ein neues Nest gründen. Erst allmählich mit zunehmender Nachkommenschar wächst dieses Nest wieder heran.

Auch das Treiben der Hummeln hält nicht lange an. Nach der begrenzten Aktivitätszeit kehrt nach ein paar Wochen an den Nestern wieder Ruhe ein. Erst im nächsten Jahr geht es wieder los, denn die Bienen die dann schlüpfen, sind die neue Bienengeneration aus dem letzten Jahr.

Wir haben viel über die Wildbienen und Hummeln gelernt. Der Referent hat sein Wissen so spannungsvoll und faszinierend weiter gegeben. Es war ein wundervoller Vortrag, bei dem man noch länger hätte zuhören können.